Stern des Monats Oktober 2026

Björn und Anita Meister sind Paten für Blindenführhunde

Björn Meister erzählt: „Vor 16 Jahren bin ich gewissermaßen auf den Hund gekommen. Mit meiner damaligen Partnerin habe ich mich ehrenamtlich als Pate um Stella gekümmert, eine Zuchthündin der Stiftung Deutsche Schule für Blindenführhunde. Nach der Trennung blieb Stella bei mir. Anita, meine neue Partnerin und längst Ehefrau, ist mit Hunden aufgewachsen, hat sich schnell mit Stella angefreundet und ist bis zuletzt ebenfalls ihre Patin gewesen. Für uns war es keine Frage, dass wir nach Stella wieder eine Zuchthündin betreuen wollten. So ist Leonora in unsere Familie gekommen. Leo, wie wir sie nennen, ist wie fast alle Blindenführhunde ein Labrador. Die haben ein freundliches Wesen und sind nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. Beste Voraussetzungen als Begleithund für blinde Menschen.

Freundliches Wesen, nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen

Leo selbst wird kein Begleithund, aber sie soll welche auf die Welt bringen. Dafür muss Leo gesund sein, aggressionsfrei und umweltsicher und darf keinen Jagdtrieb haben. Auch deshalb werden die Zuchthunde nicht in der Schule im Zwinger gehalten, sondern in Familien betreut. Mit unserer Erziehung können wir dazu beitragen, dass Leo gesunde Welpen zur Welt bringt, die sich zum Blindenführhund eignen. Die Stiftung unterstützt uns dabei, indem sie die Kosten für Futter und den Tierarzt übernimmt und den Austausch mit anderen Paten organisiert. Leo hat vor einigen Monaten zum ersten Mal geworfen, sieben niedliche schwarze Welpen.

Nur jeder dritte Welpe eignet sich zum Begleithund

Für einen davon, Flicka, sind wir jetzt ebenfalls Paten. Für etwa ein Jahr wird sie bei uns bleiben und erzogen werden. Sie ist schon stubenrein, hört auf Rufe und bleibt an der Bordsteinkante stehen. Ob sie sich zum Blindenführhund eignet, entscheidet sich, wenn sie zwischen 13 und 15 Monate alt ist. Die eigentliche Ausbildung übernimmt ein Trainer, sie dauert rund ein Dreivierteljahr. Nur etwa jeder dritte Welpe eignet sich zum Begleithund. Deshalb muss man in Deutschland fast vier Jahre auf einen Blindenführhund warten. Und dann müssen Mensch und Hund ja auch noch zusammenpassen. Das heißt, der Blinde muss sich hundertprozentig auf seinen Hund verlassen können. Das machen wir auch mit unserer Patenschaft möglich, zumindest ein Stück. Das ist schon ein gutes Gefühl. Übrigens ist die Schule für Blindenführhunde in Müggelheim die einzige nichtkommerzielle in Deutschland. Sie ist also auf Spenden angewiesen. Und auf Menschen, die sich als Paten engagieren.“

Kontakt: Stiftung Deutsche Schule für Blindenführhunde – Mitglied im Verband Deutscher Wohltätigkeitsstiftungen & in der International Guide Dog Federation

Stiftung Deutsche Schule für Blindenführhunde
Müggellandstraße 12
12559 Berlin

Telefon:
+49 30 555 761 170
+49 30 655 38 26

E-Mail: mail@fuehrhundschule.de

 

Text: STERNENFISCHER/Claudia Berlin, Foto: STERNENFISCHER/Reginald Gramatté

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