Stern des Monats September 2026

Karin Danyel engagiert sich in der Siedlung Elsengrund

„Der eine Ort“ – so heißt mein Buch, das im kommenden Frühjahr erscheint. Der eine Ort, das ist die Siedlung Elsengrund, in der ich mein ganzes Leben verbracht habe. Schon vor mehr als 30 Jahren begann ich damit, Material über die Siedlung zu sammeln. Über ihre Geschichte und Architektur, aber auch über die einstigen Bewohner und ihre Schicksale. Seitdem mache ich regelmäßig Führungen durch den Elsengrund, der in Teilen schon seit 1977 unter Denkmalschutz steht. Das Leben in einem Denkmalgebiet ist etwas Besonderes und schon immer herausfordernd. So haben wir die kuriose Situation, dass in den Vorgärten nur der eine Meter am Haus den Eigentümern gehört, der größte Teil aber der Stadt. Die hat zu wenig Geld für die Pflege und so macht zu oft jeder seins.

Als vor 25 Jahren der örtliche Bürgerverein zusammenfand, war ich Gründungsmitglied und bin bis heute engagiert dabei. Ich weiß, dass man Geduld und einen langen Atem braucht, wenn man etwas durchsetzen will. Anlass war damals der unsichere Schulweg für die Kinder aus dem Elsengrund und der Mittelheide zum Wongrowitzer Steig. Aktuell sind wir mit der Sicherheit des Schulwegs zur neuen Grundschule in der Hirtestraße unzufrieden. Neben den Kindern und dem Denkmalschutz ist dem Bürgerverein auch der Schutz der Umwelt wichtig. Einmal im Jahr räumen wir mit den Nachbarn den angrenzenden Wald auf. Um den zu schonen fehlt ein Hundeauslauf. Und auch um einen Spielplatz kämpfen wir seit Jahrzehnten.

Für mich ist das Ehrenamt eine Alternative zu bloßer Meckerei. Deshalb arbeite ich für den Bürgerverein im Gebietsbeirat für das Bauvorhaben am ehemaligen Güterbahnhof Köpenick mit. Die geplante Ostumfahrung mit der teuren Unterquerung der Bahnanlagen würde den Verkehrslärm direkt vor die Türen unseres Denkmalschutzgebietes bringen. Dagegen wehren wir uns. Es lohnt sich, weil unsere Siedlung ein Kleinod ist, in dem man auch nach über hundert Jahren gern und in guter Nachbarschaft lebt. Davon können sich Besucher am 12. September um 14.00 Uhr überzeugen, wenn wir den Tag des offenen Denkmals mit einem Fest feiern und ich wieder durch den Elsengrund führe.“

Text: STERNENFISCHER/Claudia Berlin, Foto: STERNENFISCHER/Reginald Gramatté

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