„Geht nicht – gibt´s nicht“ – Ein Besuch im Kiezklub Bohnsdorf
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„Geht nicht – gibt´s nicht“ – Ein Besuch im Kiezklub Bohnsdorf

Elf Kiezklubs gibt es in Treptow-Köpenick, einer davon liegt in Bohnsdorf an der Dahmestraße. Karsten Schielei leitet den Klub seit 13 Jahren. Unsere Autorin Annette Kunsch hat ihn getroffen.

Wir sind verabredet im Kiezklub Bohnsdorf. Ich finde sein Büro. Es wird drinnen gerade heftig diskutiert. Ich klopfe an. Die Tür wird kurz geöffnet und ich werde um etwas Geduld gebeten. Also gehe ich in den großen Veranstaltungsraum, bestelle mir einen Kaffee und komme mit Benjamin Schaefer ins Gespräch. Er muss seinen Arbeitsplatz als nur zeitweise beschäftigte MAE-Kraft demnächst verlassen und hofft, mit Hilfe seines „Chefs“, im Anschluss eine dauerhafte Arbeit zu bekommen. „Es gibt keinen besseren Chef“, sagt er mir. Die Frauen, die sich regelmäßig zur Frühstücksrunde verabreden, fühlen sich ganz offensichtlich hier sehr wohl. Am Nebentisch sitzt eine ältere Dame um die 80. Sie ist offenbar ein Urgestein im Kiezklub. Zeitweise hat sie hier im Haus gewohnt, bis sie eine kleine Wohnung im Kiez bekommen hat. Wer hat ihr in ihrer misslichen Lage geholfen? Na er – Karsten Schielei, Leiter des Kiezklubs Bohnsdorf.

Er ist ein Kümmerer, Macher, Netzwerker

Was habe ich bisher über ihn erfahren? Er ist ein Kümmerer und ein Macher. Er kann Streit schlichten und übernimmt soziale Verantwortung. Er ist Ansprechpartner in allen Lebenslagen, besonders für die Menschen in seinem Kiezklub. Was ich im Gespräch mit ihm erfahre: Er ist ein Netzwerker. Das müsse man sein, wenn man im Kiezklub interessante Vorträge oder auch gesellige Veranstaltungen und vielseitige Kurse anbieten möchte. Der erweiterte Veranstaltungsraum mit der Film- und Tontechnik, die kleine praktisch eingerichtete Küche, nicht zu vergessen der Bartresen und der Ausbau der Sommerterrasse  – alles das wurde von ihm entwickelt und nach und nach in die Tat umgesetzt. Neben den finanziellen Mitteln, die der Bezirk Treptow-Köpenick bereitstellt, nutzt der Netzwerker seine Kontakte zu Vereinen, Unternehmen und anderen Einrichtungen und wirbt Spenden ein. Auf seine MAE-Kräfte, die rund 65 ehrenamtlichen Mitstreiter und den 2019 gegründete Förderverein mit ca. 50 Förderern kann er sich voll verlassen.

Vom Jugendklub zum Kiezklub

Karsten Schielei meint, aus ihm hätte auch ein guter Maschinen- und Anlagenbauer mit Interesse für Forschung und Entwicklung werden können. Profifußballer bei Union Berlin zu werden, das funktionierte irgendwann nicht mehr. Und so ging er in die Lehre. Nebenbei gehörte er zur ehrenamtlichen Jugendklubszene der 80er Jahre, verankert im legendären Grimau Klub Adlershof. Nach der Wende hat er sich dann ganz der Sozialarbeit und den Kiezklubs verschrieben. Seit 13 Jahren ist er nun hauptamtlicher Leiter des Bohnsdorfer Kiezklubs und seit neuestem kommissarischer Gruppenleiter der 13 Kiezklubs im Bezirk. Sein Resümee: „Ich gehe jeden Morgen gerne zur Arbeit“. Was Karsten Schielei kann, kann nicht jeder: Menschen mitnehmen!

Kontakt: schielei.soz@ba-tk.berlin.de

Website Kiezklubs: www.berlin.de/kiezklubs-tk

Autorin: Annette Kunsch (August 2023)

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